Es ist eine hohe Kunst, Rückmeldungen wirkungsvoll zu geben und gut annehmen zu können
Wir wollen beides: Mit unseren Leistungen immer besser werden und in der Zusammenarbeit mit anderen einen angenehmen Ton pflegen. Wer Feedback richtig gibt und annehmen kann, tut im besten Fall auch noch gleichzeitig etwas für das Klima im Team.
Wer darf Feedback geben?
Jede und jeder! Egal, ob wir Mitarbeitenden, Kolleginnen, Führungskräften oder auch Kunden etwas spiegeln: Geschieht es im richtigen Ton, gibt es keine Hierarchieregeln. Geben wir eine Rückmeldung nach oben, können wir uns versichern, ob der andere offen dafür ist: „Mir ist etwas aufgefallen. Wollen Sie es hören?“
Der richtige Rahmen
Am besten formulieren wir kritisches Feedback unter vier Augen. Niemand möchte mit einem Fehlverhalten vorgeführt werden. Lob darf hingegen gern mit mehr Außenwirkung ausgesprochen werden. Als mir kürzlich eine Mitarbeiterin im Hotel mit der Lösung eines Problems half, fragte ich sie nach ihrem Vorgesetzten. Ihm sagte ich dann, wie großartig seine Mitarbeiterin hier reagiert hatte und was er für ein tolles Team hätte. Ist jemand für mich eine Extrameile gegangen, nehme ich mir auch gern Zeit für ein schriftliches Feedback ans Unternehmen, in dem ich die Person namentlich erwähne. Und bei Hotels oder Restaurants wirkt es natürlich auch besonders, wenn wir eine entsprechende Online-Bewertung abgeben.
Wie oft sollte man Feedback geben?
Nach jeder abgeschlossenen Arbeit ist eine wertschätzende Rückmeldung angebracht. Nur so weiß doch der andere, wie seine Leistung angekommen ist. Bei enger Zusammenarbeit sollte jede Woche ein kurzes Gespräch stattfinden, bei dem man sich austauscht: Was ist gut gelaufen? Was wollen wir beibehalten? Was sollten wir künftig verändern? Was haben wir gelernt?
So wirkt Feedback und wird auch am besten verstanden
→ Schildere immer Deine eigene Beobachtung. Bringe nie Dritte ins Spiel („andere finden auch“).
→ Sei konkret und nenne ein aktuelles Beispiel.
→ Starte immer positiv. Sag ehrlich, was gut läuft.
→ Falls Du Kritik hast: Sag vorab, dass es Dir hier um eine Verbesserung für die Zukunft geht.
→ Nenne mögliche Lösungen oder benenne, was Du Dir anders wünschst.
Du wirst kritisiert, bist aber völlig anderer Meinung
Na und? Darum geht es hier nicht. Kommunikation ist doch, was beim anderen ankommt. Und diese Sicht hast Du gerade erläutert bekommen. Das ist wertvoll! Bedanke Dich für die Offenheit. „Danke für Deine Perspektive.“ oder „Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, mir das so ausführlich darzulegen.“ Schieße nicht sofort zurück „das sehe ich anders“. Das kannst Du am nächsten Tag immer noch tun. Sag lieber: „Darüber denke ich gern nach.“ So ist klar: Du hast zugehört. Du nimmst den anderen Ernst.
Ein nächstes Gespräch
Niemand erwartet, dass sich Dinge sofort ändern. Vereinbart ein weiteres Gespräch um zu sehen, ob das Feedback in eine Verbesserung oder Performance-Steigerung gewandelt werden konnte.


